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Gut betreut - vielfältig gedacht: Kindertagespflege in der kommunalen Bedarfsplanung

Die Anforderungen an eine bedarfsgerechte und zukunftsfähige Kindertagesbetreuung steigen – demografische Veränderungen, Fachkräftemangel und gesellschaftliche Dynamiken fordern Kommunen heraus, ihre Angebote flexibel, wirtschaftlich und qualitätsorientiert auszurichten. Damit rückt die Kindertagespflege zunehmend als gestaltbares Element kommunaler Bedarfsplanung in den Fokus.

    vor diesem Hintergrund stieß die Veranstaltung „Gut betreut – vielfältig gedacht: Kindertagespflege als strategisches Element der kommunalen Bedarfsplanung“ auf eine sehr hohe Resonanz. Der Landesverband Kindertagespflege Nordrhein Westfalen hatte Entscheidungsträger:innen der Jugendhilfeplanung, Fachberatungen für Kindertagespflege, Verantwortliche bei Bildungsträgern sowie weitere Akteur:innen der kommunalen Bedarfsplanung am Dienstag, 02.12.2025 zum digitlaen Austausch eingeladen.

    In pointierten Beiträgen aus Wissenschaft, Planung und Praxis machten drei Referierende deutlich, dass Kindertagespflege im kommunalen Kontext nicht als nachrangige Betreuungsform oder „Notlösung“, sondern als strategisch relevantes Element einer differenzierten und zukunftsfähigen Jugendhilfeplanung zu verstehen ist. Neben der Vermittlung fachlicher Grundlagen wurden insbesondere strategische Perspektiven, planerische Ansatzpunkte und praxisnahe Erfahrungen aufgezeigt. Zugleich bot die Veranstaltung Raum für interkommunalen Austausch und Reflexion bestehender Steuerungslogiken.

    Der Landesverband Kindertagespflege NRW bedankt sich herzlich bei den Referenten für ihre fachlich fundierten und praxisnahen Impulse:

    • Prof. Dr. Gabriel Schoyerer, Dipl.-Pädagoge, Professor für Pädagogik der Kindheit an der Katholischen Stiftungshochschule München

    • Heiko Brodermann, Sozialmanager M.A., Fachberatung Jugendhilfeplanung im LVR-Landesjugendamt, zuvor Abteilungsleitung Kindertagespflege in einem kommunalen Jugendamt

    • Daniel Frieling, Bereichsleiter Kindertagesbetreuung, AWO Unterbezirk Ruhr-Lippe-Ems

    Die Veranstaltung verdeutlichte einmal mehr, welches Potenzial die Kindertagespflege für eine flexible, bedarfsgerechte und sozialräumlich orientierte Ausgestaltung der Kindertagesbetreuung bietet – auch und gerade vor dem Hintergrund aktueller und zukünftiger Herausforderungen.

    Die Perspektive, Kindertagespflege über operative Tätigkeiten hinaus in strategische Überlegungen der kommunalen Jugendhilfe zu integrieren, um Angebote bedarfsgerecht, flexibel und nachhaltig auszugestalten, kann auch für Niedersachsen interessant sein, weil sie den Blick über rein fachliche Aufgaben hinaus auf gemeinsame Planungsfragen, strukturelle Herausforderungen und koordinierte Steuerungsaufgaben lenkt und so zur Weiterentwicklung der frühen Betreuungslandschaft beiträgt.

    Für das Nds. Kindertagespflegebüro besuchte Kirsten Paasch die Veranstaltung. 

    Zur Dokumentation der Veranstaltung